Projektmanagement Software im Test

Projektmanagement Software im Test

16.10.2012
Von Alexander Reach
7 Kommentare

Wer, was, wann?

In Zeiten der immer flexibleren zeit- und ortsunabhängigen Zusammenarbeit von Menschen kann die Vernetzung mithilfe der richtigen Projektmanagement Software einem Projekt-Manager und den Beteiligten helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Ziele im Blick zu behalten. Dabei ist Projektmanagement ein vielfältiges Aufgabengebiet, und beinhaltet nicht nur Zeit- und Ressourcenmanagement, wie es vom klassischen Microsoft Project erfüllt wird, sondern auch Aufgabenverwaltung und Status-Reporting.

Hierzu gibt es im Internet eine große Anzahl an professionellen Task- und Projekt-Tools, welche sich an verschiedene Ziel- und Aufgabengruppen richten. Gemeinsam ist jedoch der Fokus auf kollaborative Zusammenarbeit, sowie die browserbasierte Oberfläche. Die Spannbreite reicht dabei vom einfachen Task-Planer bis hin zur eierlegenden Wollmilchsau, die versucht, alle Themengebiete des Projektmanagements und darüber hinaus abzudecken. Sobald es aber um zusätzliche Funktionen wie Dokumentenmanagement oder die Erweiterbarkeit geht, trennen sich die Kandidaten und man sollte einen näheren Blick auf die eigenen Bedürfnisse richten.

Der folgende Artikel stellt die Tool Basecamp, Projectplace, Asana, Flow, Podio und Bitrxi24 vor. Es handelt sich um eine subjektive Auswahl von Projekt-Tools, da alleine die Wikipedia 115 webbasierte Tools auflistet.

Detail-Vorstellung

Basecamp

Screenshot der Basecamp-Oberfläche

Basecamp ist die „Grande Dame“ der webbasierten Projekt-Management Tools. Seit 2004 beständig weiterentwickelt, darf sie in keiner Übersicht fehlen. Sie wird von 37Signals, den Erfindern des populären „Ruby on Rails“ Web-Frameworks, entwickelt.

Sie besticht durch eine einfach gehaltene Oberfläche, die sich ohne große Einarbeitung nutzen lässt. Die Funktionalität beschränkt sich dabei auf die wesentlichen Punkte Task-Planung, Team-Kommunikation und Text-Dokument-Verwaltung. Die Oberfläche ist aufgeräumt, allerdings wirkt die „Progress“ Übersicht eher verwirrend als dass sie dazu beiträgt, den Überblick über alle offenen Punkte zu behalten.

Projectplace

Screenshot der Oberfläche von Projectplace

Schweden hat nicht nur IKEA und ABBA als Wiegestätte, auch Projectplace hat seine Ursprünge in diesem Land. Seit 1998 wird an dieser Software gefeilt, die auf Teamwork statt GANTT-Diagramme setzt. Der durchgängige Fokus auf eine transparente Kommunikation soll dazu beitragen, dass die soziale Komponente nicht durch Tools in den Hintergrund gerückt wird. Die konservative Oberfläche wirkt leicht angestaubt, aber konzentriert sich auf die Kernfunktionen. Die Einarbeitungszeit ist etwas höher, dafür bietet die Software ein ausgefeiltes Dokumentenmanagement sowie ein integriertes Online-Meeting-Tool, basierend auf Netviewer.

Während unseres Tests machte sich auch der Kundenservice deutlich bemerkbar, der uns mit mehreren Anrufen während des Testzeitraumes beglückte und uns Unterstützung anbot.

Asana

Screenshot der Oberfläche von Asana

Die aufgeräumte Oberfläche lässt sich schnell erfassen und man kann sofort anfangen, die ersten Tasks zu erstellen und an seine Teammitglieder zu verteilen. Asana konzentriert sich alleine auf das Task-Management, versucht aber einen schnellen Workflow mit ausgefeilten Tastenkürzeln zu ermöglichen. Durch Drag und Drop gelingt es zusätzlich, schnell Aufgaben umzuschichten.

Flow

Screenshot der Flow-Oberfläche

Ähnlich wie Asana setzt Flow den Fokus auf das Task-Management. Schöner gelöst ist dabei aber, dass sich alle Tasks in einer Kalenderübersicht anzeigen sowie verschieben und deligieren lassen.

Podio

Screenshot der Podio-Oberfläche

Das nächste „Schwergewicht“ ist Podio, welches Citrix im Juni 2012 aufgekauft hat. Das Interessante ist die Erweiterbarkeit der Oberfläche. Podio stellt einerseits einen kostenlosen „App-Market“ zur Verfügung, mit dem man beliebte Funktionen, wie einer Dokumenten-Ablage oder ein Online-Meeting hinzufügen kann, andererseits aber auch eigene Erweiterungen mithilfe des APP-Builders erstellen kann. Diese Flexibilität hilft, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu beschränken, ohne sofort mit einer überfrachteten Oberfläche konfrontiert zu werden, und sich die zukünftige Erweiterbarkeit zu verbauen.

Bitrix24

Screenshot der Bitrix-Oberfläche

Etwas aus der Reihe fällt dieser Kandidat, der sich selbst als „Social Intranet“ Dienst bewirbt. Trotzdem sollte man sich nicht beirren lassen, denn die Funktionen, welche den Bereich Projektmanagement betreffen, sind nicht zu unterschätzen. Neben dem obligatorischen Task-Management ist es auch möglich, sich aus den Tasks ein GANTT-Diagramm für den schnellen Überblick erstellen, sowie Leistungs- und Aufgabenberichte generieren zu lassen. Auch das Dokumentenmanagement ist durchdacht und eine große Hilfe, um projektzugehörige Daten an einem zentralen Ort zu sammeln.

Fazit

Wer nur einen einfachen TASK-Planer sucht, sollte sich Asana und Flow näher ansehen, wobei Flow eher auf Einzelnutzer ausgerichtet ist. Am anderen Ende des Spektrums stehen Projectplace und Podio, die auch die Wünsche von größeren Organisationen erfüllen können. Bitrix24 positioniert sich eher als Intranet-Lösung, hat aber auch sehr interessante und mächtige Funktionen im Bereich Task- und Projektmanagement zu bieten. Die angehängte Liste beinhaltet einen Überblick über die angebotenen Leistungen, sowie der zugehörigen Preise (Stand September 2012).

Projektmanagement Software – Detail-Vergleich


Über den Autor

Alexander Reach

Alexander Reach ist seit September 2012 bei der ANGRON GmbH und seit über 12 Jahren im IT-Projekt-Management unterwegs.
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Kommentare:

  1. Hallo, agile Teamarbeit funktioniert sehr gut mit Kanban und hier gibt es eine gute Software unter kanbantool.com, die wir gerade testen. Gruß SEORUDI

  2. Wir verwenden Redmine. Gerade durch die gute Einbindung von svn ist es für uns die beste Lösung. Und wenn man sich ein wenig mit Ruby auseinander setzt auch dank Open Source eine sehr günstige.

  3. was mir in dem Vergleich tatsächlich etwas fehlt ist der Test auf Kompatibilität mit z.B. Github Systemen und API’s die ebenfalls in solchen Systemen automatisiert Statusmeldungen posten können sollten.

    • Die meisten der Systeme bieten zumindest eine Mail-In Schnittstelle, die sich durch Betreff-Parameter auch in geringem Maße steuern lässt. Zu API’s ist mir
      in meinem Tests leider nichts aufgefallen.

  4. Sehr schöne Zusammenfassung -> Wer seine Daten unter Kontolle und auf dem eigenen Server liegen haben möchte, sollte sich Teamlab ansehen. Ist wirklich einen ausführlichen Blick wert!

  5. Guter Überblick!
    Gerade für den Einsatz über kleine Teams hinaus im Mittelstand und Konzernabteilungen lohnt sich ein Blick auf ProjectHQ (Achtung, http://www.ProjectHQ.de ist die richtige Seite). Das Team aus Hamburg bietet viel Sicherheit durch Systeme in deutschen Rechenzentren, 1A Support und eine Möglichkeit für Individualisierung, die ich sonst noch bei keiner Cloud-basierten Lösung gesehen habe. Quasi der ganze Prozess von der Kundenanbahnung zur finalen Doku.

  6. Hey Alex,

    interessante Aufstellung! Aber der Link zu Deinem FB-Profil ist fehlerhaft ;)

    Gruß Peter