In diesem zweiten Teil der Artikelserie geht es um die Online Reputation von Einzelpersonen. Denn egal wie aktiv oder passiv Sie im Web unterwegs sind, Sie werden Spuren hinterlassen, teilweise auch negative. Sei es ein unbedachter Tweet, Partyfotos auf Facebook oder jemand hat einen negativen Blog-/Forenbeitrag verfasst. Da heißt es, die Online Reputation vernünftig zu pflegen. Wie das geht, erfahren Sie hier.
Denn sich gar nicht im Netz zu zeigen ist keine Lösung. Es werden trotzdem Informationen zur eigenen Person auftauchen und nur durch Aktivität im Netz lassen sich die Informationen steuern. Wer unter seinem Namen bei den wichtigen Anbietern soziale Profile anlegt, kann diese oft als erste Ergebnisse bei Google positionieren.
Im Absolventa Blog gab Klaus Eck von PR-Blogger ein Interview über die Wichtigkeit einer guten Online Reputation. Immer mehr Personalchefs gehen dazu über, bei Bewerbern den Namen zu googlen und zu schauen, ob vielleicht Abstand von der Einstellung genommen werden soll. Zwar ballt sich dies bisher noch bei Führungspositionen, aber der Trend geht ganz klar dazu hin, sich schon vor einem Vorstellungsgespräch ein Bild des Bewerbers zu machen. Auch als Selbstständiger werden Sie unweigerlich gegooglet, bevor jemand mit Ihnen Geschäfte macht. Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie das Bild von sich im Internet selber bestimmen. Soziale Netzwerke sind dabei ein probates Mittel, eine Visitenkarte im Netz zu hinterlassen.
Legen Sie diese wichtigen Profile an:
Zusätzlich empfiehlt es sich, noch eine persönliche Seite anzulegen. Wenn Sie keine eigene Domain bei einem Hoster anlegen möchten, empfiehlt sich bspw. WordPress als kostenlose Alternative. Aktiv zu bloggen ist dabei keine Pflicht, eine statische „Lebenslauf-Seite“ kann auch ausreichend sein. Insgesamt empfiehlt es sich aber, die Online-Profile vernünftig zu pflegen.
Ein Personalchef mag vielleicht etwas tiefer in die Google-Suchergebnisse gehen, aber wie bei normalen Suchen ist die Top 10 von großer Wichtigkeit. Um die erste Seite zu dominieren, sollten die oben genannten Profile gut gepflegt sein. Der Dienst Brandyourself.com bietet diese Möglichkeit und lässt einen zusätzlich noch das angelegte Profil als Visitenkarte hinterlegen. Wenn Sie wissen möchten, wie gut dieser Dienst funktioniert, können Sie hier den ersten Teil meines Selbsttests zum Thema Personal Branding finden.
Zum Abschluss möchte ich noch auf eine semi-heikle Frage eingehen. Ist es ok, sich bei Facebook oder in anderen Netzwerken einen Zweitaccount anzulegen? Und was hat das überhaupt mit Online Reputation zu tun? Denn Zweit- und somit Fakeaccounts sind bei den sozialen Netzwerken nicht gerne gesehen. Im August 2011 gab es schon eine Diskussion darum, ob man nur mit Klarnamen ins Netz darf und Facebook erzeugte im Juni 2012 einen leichten Aufruhr, als es Nutzer bat zu bestätigen, ob Freunde unter Pseudonym angemeldet sind. Allerdings gibt es teilweise auch gute Gründe für das Versteckspiel. Viele Freunde von mir sind Lehrer, alle Ende 20 und ganz natürlich bei Facebook unterwegs. Und auf dieser Plattform wollen Sie auch den Schülern die Möglichkeit bieten, mit ihnen zu kommunizieren. Auf der anderen Seite sollen auch keine Partyfotos o. ä. aus dem Netzwerk durch die Schule gehen oder eigentlicher Freundeskreis und Schüler vermischt werden.
Problematisch wird es, wenn aus keinem guten Grund ein Zweitaccount angelegt wird, sondern der Account nur für Personalchefs erstellt wird. Dies könnte genau den gegenteiligen Effekt haben und so aussehen, als wollte man etwas verbergen. Wer die weiter oben genannten Tipps anwendet, wird keine Probleme mit einem Account unter Klarnamen bekommen und ist gut aufgestellt, weil er die „Seite 3“ von Bewerbungen schon im Netz vorliegen hat und so einen Eindruck von seinem Leben neben der Arbeit geben kann. Sehen Sie das Pflegen des sozialen Profils also nicht als Arbeit, sondern als Chance an.
Hier endet nun der zweite Teil zum Thema Online Reputation, ich hoffe, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Im abschließenden Teil werde ich mich mit den amerikanischen und deutschen Firmen befassen, die Online Reputation Managment anbieten.
Bild: panthermedia.net | Sergey Khakimullin
13. Februar 2013 um 14:56
ich denke, dass auch partyfotos menschlich sind. ein zu sauberes profil macht auch skeptisch und eröffnet zusätzliche fragen. somit sollte man das von sich preisgeben, wofür man sich nicht schämen muss. ich stelle mir bei jeder veröffentlichung die frage, was meine mutter und oma dazu sagen würde. wenn ich das gefühl habe, dass sie das gut finden würde, stelle ich es online. so bleibt man auch im www ein mensch mit ein paar kleinen fehlern.
8. März 2013 um 09:56
Sehr gut geschrieben, generell ist ein Personal Branding einfacher als ein Marken Branding.